Zur Website der OTH Regensburg

Kooperation der OTH Regensburg und Universität Regensburg

Eye-Tracking Classroom

Auf dem Regensburger Campus wurde das Eye-Tracking-Labor eröffnet, das mit rund 15 vernetzten Hochleistungs-Eye-Trackern eine neue Forschungsinfrastruktur an der Universität Regensburg beherbergt. Die interdisziplinäre Einrichtung ist ein hochschulübergreifendes Projekt der Universität Regensburg und der OTH Regensburg. Betrieben wird das Labor vom Software Engineering Laboratory for Safe and Secure Systems (LaS3) der OTH Regensburg und den Lehrstühlen für Pädagogik III und Medieninformatik der Universität Regensburg. Mit dieser Synchronisierung bietet der Eye-Tracking-Classroom mit der Synchronisierung der Eye-Tracker eine neue, sehr leistungsfähige Forschungsinfrastruktur, die vielfältig genutzt werden kann.

Über Eye-Tracking

Beim Eye-Tracking handelt es sich um eine Technologie, die es erlaubt, die Blickbewegungen von Testpersonen in bestimmten Situationen so genau wie möglich zu verfolgen. Im LaS3 wird Eye-Tracking bereits seit längerer Zeit erfolgreich für unterschiedliche Zwecke eingesetzt. Prinzipiell lässt sich der Einsatz in zwei Kategorien unterteilen:

Primär setzt das LaS3 Eye-Tracking zu Forschungszwecken dazu ein um die Schnitstelle Mensch/Maschine im Software Engineering besser zu verstehen. Dabei wird beispielsweise untersucht, wie sich das Leseverhalten von Studierenden und Experten aus der Wirtschaft und Industrie beim Review eines Quellcodes unterscheidet, welchen Einfluss bestimmte Styleguides ausüben oder wie die Usability von grafischen Programmiersprachen oder Artefakten des Software Engineerings verbessert werden kann.

Die erste Eye-Tracking Studie des LaS3 wurde 2015 durchgeführt und 2016 im Rahmen der IEEE EDUCON in Abu Dhabi vorgestellt. Dieser folgten zahlreiche weitere Publikationen und eine Diversifizierung des Themenfelds.

Das LaS3 bietet mit den Kursen „Eye Tracking in Engineering Sciences (ETES)“ und „Usability-Studien mit Eye-Tracking (USET)“ auch Grundlagenkurse zum Thema Eye-Tracking an. Diese adressieren Studierende aus natur- und ingenieurswissenschaftlichen Studiengängen, sind aber nicht auf diese limitiert. Im Rahmen der Kurse können die teilnehmenden Personen erlernen, wie eine Eye- Tracking-Studie geplant, durchgeführt und ausgewertet wird, indem sie alle relevanten Phasen des Forschungszyklus selbst durchlaufen.

Weiterhin werden die durch die Forschung erlangten Erkenntnisse für die didaktische Aufwertung der Vorlesungen und Seminare des LaS3 genutzt. So wird Eye-Tracking auch dazu genutzt um sogenannte „Eye Movement Modeling Examples“ für die Lehre von Software Engineering zu erstellen. Mit deren Hilfe können komplexe Prozesse Studierenden näher gebracht und ein Einblick in die kognitiven Abläufe von Expertinnen und Experten gewährt werden.

Bezüglich der Hardware kann das LaS3 auf einen mit 14 professionellen Tobii Pro Spectrum ausgestateten Eye-Tracking-Classroom zurückgreifen. Dieser wurde 2018 im Rahmen des FHInvest-Antrags „Eyes on Future“ (FKZ: 13FH101IN6) vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert und eingerichtet.

Dieses Labor ermöglicht dem LaS3 die parallele Durchführung von mehreren Studien, sowie die simultane Erhebung von Daten an mehreren Personen. Gleichzeitig erlaubt die Hardware des Classrooms auch das Streamen von Blickbewegungen auf andere Rechner im Labor, wodurch neue Möglichkeiten bezüglich Forschung und Lehre eröffnet werden. Der Classroom selbst wird kooperativ mit der Universität Regensburg betrieben.

Projektpartner sind diesbezüglich die Prof. Dr. Christian Wolff und Prof. Dr. Dr. h. c. Hans Gruber, zu denen eine langjährige Forschungspartnerschaft besteht. Ansprechpartner zum Thema Eye-Tracking im LaS3 sind Prof. Dr. Jürgen Motok, Florian Hauser und Lisa Grabinger.

Timur Ezer

Wissenschaftlicher Mitarbeiter Eyetracking

timur.ezer(at)oth-regensburg.de