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Nachwuchspreis „Digitalisierung im Maschinenbau“

Hoher Innovationsgrad, große Praxistauglichkeit: Der VDMA hat die Bachelorarbeit von Fabian Kabl in der Elektro- und Informationstechnik ausgezeichnet.

Mit dem Nachwuchspreis „Digitalisierung im Maschinenbau“ hat der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V. (VDMA) Fabian Kabl ausgezeichnet. Der Absolvent der OTH Regensburg hatte in seiner Bachelorarbeit den Einsatz neuronaler Netze zur Erkennung von Verschleiß an mechanischen Bauteilen im Maschinen- und Anlagenbau untersucht.

Der VDMA Software und Digitalisierung und die Abteilung Bildung des VDMA haben zum 6. Mal herausragende Absolventinnen und Absolventen aus den Fachbereichen Ingenieurwissenschaften und Informatik mit dem Nachwuchspreis „Digitalisierung im Maschinenbau“ ausgezeichnet. Die im Rahmen der Abschlussarbeiten entwickelten Lösungsansätze zeigten einen hohen Innovationsgrad, große Praxistauglichkeit für die Branche und industrielle Einsatzvielfalt bei der Anwendung von KI-Methoden, teilt der VDMA mit.

Training eines neuronalen Netzes

Fabian Kabl wurde mit dem 1. Preis in der Kategorie Bachelorarbeit ausgezeichnet. Er studierte Elektro- und Informationstechnik im Verbundstudium (ausbildungsintegrierend) und hat parallel bei der Krones AG eine IHK-Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik absolviert. In seiner Abschlussarbeit untersuchte er zwei Long Short Term Memory Autoencoder zur Maschinenzustandsüberwachung an Karussellmaschinen. Dafür wurden Kraftdaten eines Klammersterns bei unterschiedlichen Umdrehungsgeschwindigkeiten aufgenommen, vorverarbeitet und zum Training eines neuronalen Netzes verwendet. Einer der beiden getesteten Autoencoder konnte dabei nach dem Training die Datensätze im Bereich der niedrigen und mittleren Umdrehungsgeschwindigkeiten zu 100 Prozent und im Bereich der hohen zu 96 Prozent richtig klassifizieren.

„Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass Fabian Kabl den 1. Preis im Bereich der Bachelorarbeiten erhalten hat. Bei mehr als 40 Nominierungen ist das aus meiner Sicht sehr beachtlich“, sagte Prof. Dr.-Ing. Armin Sehr, der die Bachelorarbeit betreut hatte. Betreuer auf Seiten der Krones AG war Andreas Kursawe. Beiden Betreuern dankte Kabl in einem Beitrag auf LinkedIn für die hervorragende Unterstützung beim Verfassen der Abschlussarbeit. Der Alumnus der OTH Regensburg arbeitet inzwischen als Softwareingenieur bei der Krones AG.

Neue technologische Ansätze in die Umsetzung bringen

Insgesamt 44 Absolventinnen und Absolventen waren für den Nachwuchspreis in den Kategorien Bachelor und Master von Professorinnen und Professoren von Hochschulen aus Deutschland und Österreich nominiert worden. „Ein neuer Beteiligungsrekord“, hebt Prof. Claus Oetter, Geschäftsführer des VDMA Software und Digitalisierung, hervor. „Durch solche engen Kooperationsformen zwischen Industrie und Hochschullandschaft bringen wir neue technologische Ansätze und Erkenntnisse schneller in die praktische Erprobung und Umsetzung und erhöhen somit den Innovationsgrad in den Unternehmen“, unterstreicht Oetter.

Dr. Jörg Friedrich, Leiter der Abteilung Bildung im VDMA, ergänzt: „Die Vielfalt der eingereichten Abschlussarbeiten mit Praxisfokus und die jährlich wachsende Anzahl an teilnehmenden Hochschulen verdeutlichen sehr gut, dass die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Unternehmen enorm fruchtbar für die Industrie ist.“ Rund 70 verschiedene Hochschulstandorte haben seit 2017 bereits an den Nominierungsphasen teilgenommen. „Daher unterstützen wir als VDMA Bildung mit unserer Maschinenhaus-Initiative den Nachwuchspreis“, sagt Friedrich.

Fabian Kabl (vorne, rechts) erhielt den Nachwuchspreis „Digitalisierung im Maschinenbau“. Seine Bachelorarbeit war von Prof. Dr.-Ing. Armin Sehr und Andreas Kursawe (Krones AG) betreut worden (dritte Reihe).
Fabian Kabl (vorne, rechts) erhielt den Nachwuchspreis „Digitalisierung im Maschinenbau“. Seine Bachelorarbeit war von Prof. Dr.-Ing. Armin Sehr und Andreas Kursawe (Krones AG) betreut worden (dritte Reihe). Foto: VDMA